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Wohnen & Energie8 Min. Lesezeit10. Juni 2026

Heizen im Vergleich 2026: Gas, Wärmepumpe, Pellets – Was lohnt sich?

Die Heizungsfrage ist eine der teuersten Entscheidungen, die Hausbesitzer treffen können. Mit dem Gebäudeenergiegesetz, steigender CO₂-Bepreisung und großzügigen Förderprogrammen hat sich das Bild 2026 erneut verschoben. Wir vergleichen alle wichtigen Heizsysteme nach Betriebskosten, Klimabilanz und Förderung.

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Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2026: Was gilt heute?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – auch als „Heizungsgesetz" bekannt – regelt seit 2024, welche Heizsysteme neu eingebaut werden dürfen. Die Kernregel: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das schließt reine Gas- oder Ölheizungen als Neuinstallation weitgehend aus.

Bestehende Heizungen: Bestandsschutz gilt

Funktionierende Heizungen dürfen weiter betrieben werden. Bei Reparaturen und Teilaustausch gilt ebenfalls Bestandsschutz. Erst wenn eine Heizung nicht mehr reparierbar ist, greifen die 65 %-Pflicht – und dann oft nur nach individueller kommunaler Wärmeplanung.

Erdgas-Brennwertheizung

3/5
ca. 11–14 ct/kWh

Investitionskosten

6.000–12.000 EUR

CO₂-Emissionen

200–250 g/kWh

Förderung

Kaum noch förderbar

Betriebskosten

ca. 11–14 ct/kWh

Gas ist weiterhin das verbreitetste Heizsystem in Deutschland, verliert aber durch steigende CO₂-Bepreisung und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) an Attraktivität. Neue Gasheizungen werden ab 2026 nur noch in Kombination mit einem Anteil erneuerbarer Energien gefördert.

Wärmepumpe (Luft/Wasser)

5/5
ca. 8–12 ct/kWh Wärme

Investitionskosten

15.000–25.000 EUR

CO₂-Emissionen

40–80 g/kWh (bei Ökostrom ~0)

Förderung

BEG: bis 70 % Investitionszuschuss

Betriebskosten

ca. 8–12 ct/kWh Wärme

Die Wärmepumpe ist die Heiztechnologie der Zukunft – besonders in gut gedämmten Gebäuden. Sie nutzt Umweltwärme und erzeugt je nach Jahresarbeitszahl (JAZ) 3–5 kWh Wärme pro kWh Strom. Bei Ökostrom nahezu klimaneutral.

Holzpelletheizung

4/5
ca. 6–8 ct/kWh

Investitionskosten

18.000–28.000 EUR

CO₂-Emissionen

20–40 g/kWh (biogen, nahezu neutral)

Förderung

BEG: bis 70 % Investitionszuschuss

Betriebskosten

ca. 6–8 ct/kWh

Pelletheizungen sind ein attraktiver Kompromiss: niedrige Betriebskosten, hohe Förderung und biogene CO₂-Neutralität. Nachteil: Lagerraum für Pellets erforderlich, regelmäßige Reinigung notwendig, Pelletpreise können schwanken.

Fernwärme

3/5
ca. 12–16 ct/kWh

Investitionskosten

3.000–8.000 EUR (Hausanschluss)

CO₂-Emissionen

sehr variabel (50–300 g/kWh)

Förderung

Abhängig vom Wärmenetz

Betriebskosten

ca. 12–16 ct/kWh

Fernwärme ist wartungsarm und platzsparend. Die Kosten und CO₂-Bilanz hängen stark vom regionalen Anbieter ab. In Städten mit erneuerbaren Wärmenetzen kann Fernwärme sehr klimafreundlich sein – in anderen Regionen noch kohlelastig.

Ölheizung

1/5
ca. 9–12 ct/kWh

Investitionskosten

6.000–15.000 EUR

CO₂-Emissionen

260–310 g/kWh

Förderung

Keine Förderung für Neuinstallation ab 2026

Betriebskosten

ca. 9–12 ct/kWh

Ölheizungen dürfen nach dem GEG ab 2026 nicht mehr als reiner Ersatz eingebaut werden. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben werden, jedoch wird die CO₂-Steuer auf Heizöl bis 2026 auf 55 EUR/Tonne steigen und die Betriebskosten erhöhen.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) 2026

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW fördern den Heizungstausch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Fördersätze für 2026:

FörderkomponenteSatzBedingung
Basis-Förderung30 %Alle förderfähigen Heizsysteme
Klimageschwindigkeits-Bonus+20 %Selbstgenutztes Eigentum, Einkommen ≤ 40k EUR
Einkommens-Bonus+30 %Haushaltseinkommen ≤ 40.000 EUR/Jahr
Effizienz-Bonus WP+5 %Wärmepumpe mit natürl. Kältemittel oder Erdwärme
Maximum gesamtbis 70 %bei Kombination aller Boni

Förderfähig sind: Wärmepumpen, Pelletheizungen, Solarthermieanlagen, Brennstoffzellen und Hybridheizungen mit erneuerbarem Anteil. Gasbrenner sind grundsätzlich nicht mehr förderfähig.

Empfehlung: Welches System für welchen Fall?

Neubau oder Kernsanierung

→ Wärmepumpe (Luft/Wasser oder Erdwärme)

Optimale Systemauslegung, höchste Förderung, zukunftssicher

Sanierter Altbau mit guter Dämmung

→ Wärmepumpe oder Pelletheizung

JAZ ≥ 3 möglich, geringe Betriebskosten, hohe BEG-Förderung

Schlecht gedämmter Altbau

→ Erst dämmen, dann Wärmepumpe – oder Pellets

Wärmepumpe funktioniert besser mit Vorlauftemp. ≤ 55 °C

Fernwärmeanschluss verfügbar

→ Fernwärme prüfen

Keine eigene Heizanlage, minimaler Aufwand – wenn Ökoquote des Netzes gut

Übergangslösung (Altanlage defekt)

→ Gas-Hybridheizung + WP

Förderbar, Wärmenetz nutzen wenn vorhanden, schrittweise umstellen

Disclaimer: Dieser Rechner dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen auf Basis der Gesetze und Werte für das Jahr 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde.