Entgeltfortzahlung vs. Krankengeld: Der Unterschied
Im Krankheitsfall gibt es zwei Phasen der Absicherung:
- Zahlt der Arbeitgeber
- 100 % des Bruttogehalts
- Gesetzlicher Anspruch nach EFZG
- Voller Sozialversicherungsschutz
- Zahlt die Krankenkasse
- 70 % Brutto / max. 90 % Netto
- Abzüge: ca. 11 % SV (AN-Anteil)
- Kein Rentenversicherungsschutz!
Wie wird das Krankengeld 2026 berechnet?
Das Krankengeld wird auf Basis des Regelentgelts berechnet – vereinfacht gesagt dem durchschnittlichen Bruttogehalt der letzten 12 Wochen vor der Arbeitsunfähigkeit. Dabei gelten folgende Rechenregeln:
Brutto-Krankengeld
70 % des Regelentgelts (täglich)
Aber: Max. 70 % der Beitragsbemessungsgrenze (5.512,50 EUR/Monat) = max. 131,25 EUR/Tag
Netto-Begrenzung
Max. 90 % des Nettoentgelts
Wer netto mehr als diesen Grenzwert hatte, erhält den niedrigeren Betrag
SV-Abzüge (AN)
Ca. 11,05 % (PV + AV + RV)
Kein Krankenversicherungsbeitrag auf das Krankengeld selbst
Rechenbeispiel: 3.000 EUR Brutto
Brutto-Krankengeld: 3.000 × 70 % = 2.100 EUR/Monat
Netto-Grenze (90 %): 2.050 × 90 % ≈ 1.845 EUR/Monat
Es gilt der niedrigere Wert: 1.845 EUR
− SV (11,05 %): − 204 EUR
Auszahlung: ca. 1.641 EUR/Monat
Wie lange wird Krankengeld gezahlt?
Das Krankengeld wird für dieselbe Krankheit maximal 78 Wochen (18 Monate) innerhalb eines rollierenden 3-Jahres-Zeitraums gezahlt. Dabei gilt:
78 Wochen bei derselben Erkrankung
Für eine bestimmte Diagnose gilt die 78-Wochen-Grenze innerhalb von 3 Jahren. Ist diese erschöpft, besteht kein Krankengeld-Anspruch mehr für diese Erkrankung.
Neue Erkrankung = neuer Anspruch
Bei einer völlig anderen, neuen Erkrankung beginnt der Krankengeldanspruch von vorn – also wieder bis zu 78 Wochen.
Was kommt danach?
Nach Ausschöpfung des Krankengeldanspruchs kommen ggf. Reha-Leistungen, Erwerbsminderungsrente (DRV) oder Bürgergeld infrage.
Was müssen Arbeitnehmer beachten?
Krankmeldung rechtzeitig einreichen
Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) muss spätestens am 4. Krankheitstag beim Arbeitgeber vorliegen. Seit 2023 gilt die elektronische AU (eAU) – der Arzt übermittelt sie direkt.
Krankenkasse informieren
Ab Woche 7 übernimmt die Krankenkasse. Man sollte frühzeitig Kontakt aufnehmen und alle erforderlichen Formulare ausfüllen (Krankengeld-Antrag).
Nahtlosigkeit sicherstellen
Wichtig: Zwischen Entgeltfortzahlung und Krankengeld darf keine Lücke entstehen. Endet die AU-Bescheinigung, muss sie nahtlos verlängert werden.
Rentenvorsorge prüfen
Auf Krankengeld werden keine Rentenbeiträge gezahlt. Wer lange krank ist, verliert Rentenanwartschaften – eine private Absicherung ist sinnvoll.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie hoch ist das Krankengeld 2026?
Das Krankengeld beträgt 70 % des Bruttogehalts, aber maximal 90 % des Nettogehalts. Von dem so ermittelten Betrag werden noch ca. 11 % Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmeranteil) abgezogen.
Ab wann bekomme ich Krankengeld?
Das Krankengeld greift ab dem 43. Krankheitstag – also nachdem die gesetzliche 6-wöchige Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber geendet hat.
Was passiert mit der Krankenversicherung während des Krankengeldbezugs?
Die Krankenversicherungsbeiträge werden während des Krankengeld-Bezugs von der Krankenkasse übernommen. Arbeitnehmer zahlen weiterhin Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung (ca. 11 %).
Gibt es Krankengeld auch bei Selbstständigen?
Pflichtversicherte Selbstständige haben grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld, jedoch erst ab dem 43. Tag. Viele wählen einen ergänzenden Krankengeld-Tarif, der früher greift.
Disclaimer: Dieser Rechner dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen auf Basis der Gesetze und Werte für das Jahr 2026. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde.